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ringelpiez

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sprach: „ich liebe dich!“.

austin sagt: ein performativer sprachakt, und ist er erst getan, ist das, was er sagt auch hergestellt: die liebe. jedenfalls, wenn auf den akt die erwartete re-akt-ion folgt. sagt die konvention.

sprach: „ich liebe dich!“ … spricht: „ich liebe dich auch!“

von nun an sei beziehung, sei verbindung, zwei menschen, die aussprachen, was sie fühlen und nun darin verbunden sind. und nun? was folgt?

folgt nun:

sprach: „ich liebe dich!“ … spricht: „ich liebe dich auch!“
sprach: „ich liebe dich!“ … spricht: „ich liebe dich auch!
„sprach: „weißt du, das ich dich liebe?“… spricht: „ja, ich weiß, dass du mich liebst!
„sprach: „ich liebe dich!“ … spricht: „ich liebe dich auch!“
„ich liebe dich!“ … „ich liebe dich auch!“
„ich liebe dich sehr!“ … „ich liebe dich noch viel mehr!“

und so lebten sie glücklich bis ans ende ihrer tage… oder bis sie sich vor lauter drehen um sich selbst vor die füße kotzten.

austin sagt: der sprachakt stellt die beziehung her. wir wissen: bleibt es dort stehen, verharrt die beziehung im gerade-geworden-sein. bis ans ende ihrer tage. nancy schreibt: „closing in of the horizon“

was folgen sollte:

kraft schöpfen
kraft geben
los gehen
raum geben
zurückkehren
zusammen gehen
aufeinander warten
weitergehen
vermissen
wiedersehen

beziehung die sich immer nur auf sich selbst bezieht, immer nur sich ihrer selbst versichert, dreht sich im kreis und bohrt sich immer mehr in den boden, wird unterirdisch. beziehung, die nicht freisetzt, aus ihr heraus loszugehen, zu handeln, zu handeln, zu berichten, schließt unseren gesichtskreis, lässt uns im tunnel blicken, taumelnd gehen, stille stehen

sang: „ich liebe dich, herr!“

francke oder wer auch immer sagt: das ist bekehrung, und ist sie erst geschafft, treten wir ins ewige leben ein. über die reaktion können wir uns gewiss genug sein.

sparen wir uns die redundanz, hören wir stattdessen ein lobpreislied.

wie haben nun: kraft, identität, einen ursprung und eine heimat. wo bleibt das, was folgen sollte? hinausgehen, losgehen, handeln, nachhause kommen, die welt verändern (verdammt noch mal), LEBEN

lassen wir die bekehrung nicht hinter, aber unter uns! stellen wir uns auf sie, verharren kurz… und gehen los. lassen sie dort, wo sie hingehört: unter uns, an die basis. aber drehen wir uns nicht um sie, bis sie vor unserer kotze stinkt.

sie ist sicher, die reaktion ist versprechen, ewiges versprechen, gehaltenes versprechen!

warum müssen wir sie den ganzen tag befühlen, ob sie hält und sonst nichts zu tun in der lage sein?

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Written by Henni

19. Februar 2009 at 21:36

Veröffentlicht in theologie

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