freedom to god's people

Archive for Dezember 2008

weihnachten

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morgen ist es wieder soweit: weihnachten, das fest der liebe… genauer gesagt wohl der liebe gottes, fleisch geworden in Jesus, der vor etwas mehr als 2000 jahren durch die judäische nacht irrte und einen platz suchte, um geboren zu werden. und eine schmutzige krippe fand…

und heute, 2000 jahre später, zieht die liebe gottes immer noch umher und sucht einen ort, in die welt kommen zu dürfen, immer wieder neu. wird sie ihn finden? wird man ihn ihr gewähren? und wenn ja, wird es eine dreckige futterkrippe sein oder darfs ein wenig mehr sein?

um uns herum eine welt, die zugrunde geht, menschen die vor die hunde gehen durch gegenseitige unterdrückung, ausbeutung und mißbrauch. eine welt, die die liebe gottes braucht, die sie braucht wie sonst nichts gutes…

gewähren wir ihr diesen platz? lassen wir zu, dass sie in uns geboren wird, aus uns herauswächst, uns dabei sprengt und dieser welt luft zum atmen gibt?

mein leben ist auch nicht mehr als eine verschissene krippe, mehr hab ich nicht anzubieten… aber die soll Jesus haben. Herr, nimm sie dir, auch gegen meine willen. was ich nicht ertragen kann, soll nicht durch meine mitwirkung weiterleben können… ich ertrage eine welt ohne Jesus nicht… was ich habe, soll Dein sein!

Hark, the herald angels sing…

Written by Henni

23. Dezember 2008 at 18:30

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das gute ist der feind des besten

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Was soll mir die Menge eurer Opfer?, spricht der HERR. Ich bin satt der Brandopfer von Widdern und des Fettes von Mastkälbern und habe kein Gefallen am Blut der Stiere, der Lämmer und Böcke. Wenn ihr kommt, zu erscheinen vor mir – wer fordert denn von euch, dass ihr meinen Vorhof zertretet? Bringt nicht mehr dar so vergebliche Speisopfer! Das Räucherwerk ist mir ein Gräuel! Neumonde und Sabbate, wenn ihr zusammenkommt, Frevel und Festversammlung mag ich nicht! Meine Seele ist Feind euren Neumonden und Jahresfesten; sie sind mir eine Last, ich bin’s müde, sie zu tragen. Und wenn ihr auch eure Hände ausbreitet, verberge ich doch meine Augen vor euch; und wenn ihr auch viel betet, höre ich euch doch nicht; denn eure Hände sind voll Blut. Wascht euch, reinigt euch, tut eure bösen Taten aus meinen Augen, lasst ab vom Bösen! Lernt Gutes tun, trachtet nach Recht, helft den Unterdrückten, schafft den Waisen Recht, führt der Witwen Sache!
Jes 1,11-17

gewöhnlich lesen wir diesen text wie unter der überschrift der lutherübersetzung zu Amos 5,21, der ganz ähnlich lautet: der äußerliche gottesdienst tut’s nicht. will heißen kümmert euch zuerst um eure herzenshaltung und dann könnt ihr auch ordentlich opfer bringen. so gelesen lautet die frage eher „wie können wir angemessen opfern“ als „sollen wir überhaupt opfern“. denn alles, was der prophet hier aufzählt, sind doch dinge die gott seinem volk sehr detailliert aufgetragen hat: die verschiedenen opfer zu verschiedenen anlässen und der kalender der jahresfeste, die jeweils an einen anderen anlass auf dem weg gottes mit seinem volk erinnern sollen. das sind grundfesten der beziehung israels zu seinem gott.

aber ich will den text anders lesen. denn nirgendwo kann ich erkennen, das hier geschrieben ist: tut erst dies und das und dann könnt ihr wieder… hier steht: „Tut nicht mehr!“ „gebt alles auf, was ich euch geboten habe, gebt eure vorstellung von gottesbeziehung auf, die ich, gott euch beigebracht habe. tut nicht, was ich euch gesagt habe. wendet euch ab von mir und wendet euch den ausgestoßenen und unterdrückten zu!“ das ist starker tobak. gottes gebote, und solche waren die opfer und die feste, zu missachten, um umso mehr gehorsam zu sein, das kann in unserem denken nicht zusammen kommen. deshalb bleiben wir lieber bei der herkömmlichen lektüre und lesen etwas über einstellung, motivation und herzenshaltung darin. und dennoch: hier stehen sich zwei handlungen gegenüber, die im kontext des abschnitts gegeneinander gestellt werden.

was wenn gott uns so anredet? sind wir bereit, unsere vorstellung von gottesbeziehung, ja – in unserer vorstellung – gott selbst aufzugeben, um das zu tun, was er von uns fordert? was wenn die stimme des propheten an uns ergeht und sagt: „Hört auf lobpreis zu machen, hört auf zu beten, ich will nicht mehr, dass ihr gemeinschaft habt, will nicht, dass ihr meine gegenwart sucht, ihr sollt hinausgehen und euch um die unterdrückten und benachteiligten vor eurer haustür kümmern!“ sind wir bereit, auf sein wort hin alles hinter uns zu lassen und das zu tun? sind wir bereit, das gute zu lassen, um das beste zu tun, wenn es die situation, nein, wenn gott es fordert?

Written by Henni

9. Dezember 2008 at 21:35

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warum ich emergiere

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ich habe das wochenende auf dem Emergent Forum 2008 verbracht und dort eine ungewöhnlich gute zeit verbracht. ein wochenende voller guter, tiefer gespräche, mit leuten, die meine gedankengänge teilen oder sie nachvollziehen können.

im nachgang treibt mich seit sonntag abend die frage um, was es genau ist, was mich am emergenten gedankengut, dieser art des denkens und des gemeinde lebens so fasziniert. es ist nicht der spass an der dekonstruktion (den habe ich), es ist nicht die faszination an postmoderner philosphie (die ist bei mir vorhanden), nicht der wille, den glauben zu politisieren (ich bin extrem politisch extrem). und ganz sicher ist es nicht, wie böswillige vermuten könnten, der wille, mir aus christlichen versatzstücken ein eigenes system zu basteln

die faszination, die diese bewegung auf mich hat, hat zunächst und zuerst theologische gründe. ich erkenne dahinter ein ernst nehmen des ganzheitlichen versöhnungswillen gottes. wenn der sündenfall nicht nur den zerbruch der beziehung des menschen zu gott, sondern auch einen zerbruch und eine verschiebung aller beziehungen von beziehungen und dingen untereinander meint, dann meint versöhnung nicht nur die heilung der persönlichen beziehung der einzelnen menschen zu gott, sondern die heilung des beziehungsgefüges innerhalb der gesamten schöpfung. das schließt die beziehungen der menschen untereinander, die beziehung der menschen zu ihrer umwelt und auch das verhältnis von natürlichen phänomenen untereinander ein. all diese zerbrochenen und verschobenen relationen waren teil der versöhnung in der erhöhung am kreuz.

in den beziehungen der menschen untereinander, also in der gesellschaft, bedeutet die störung für mich vor allem ein ungleichgewicht in den handlungsmöglichkeiten, die ein individuum hat, also macht und ohnmacht. ich glaube, dass eine versöhnung, die über die persönliche errettung hinausgreift, eine gesellschaft zum ziel hat, in der das ungleichgewicht der macht kontinuierlich kleiner wird: eine gesellschaft ohne sexismus, rassismus, mit gemeinsamer entscheidungsfindung, mit einer möglichst gleichmässigen verteilung wirtschaftlicher macht (sprich geld), ohne bevormundung und manipulation – in der sprache des theologen: geprägt von nächstenliebe und demut.

all das gehört zum versöhnungswillen gottes und kann meiner meinung nach unter keinen umständen nach einer der beiden seiten hin aufgelöst werden. und genau diesen bogen versucht die emergente konversation zu spannen: die persönliche versöhnung mit gott, die schon traditionell einen hohen stellenwert hat und diesen auch behalten soll, niemals ohne das streben nach einer versöhnten gesellschaft, ja einer im ganzen versöhnten schöpfung zu denken. das führt zu einem umdenken in bezug auf strukturen in christlichen gemeinden / gemeinschaften, die auch ein bild der gesellschaft sind und gerade weil sie gesellschaft und gemeinschaft der versöhnten sind, zu allererst die ganzheitliche versöhnung spiegeln sollten. aber auch ein umdenken oder erstmaliges denken über das handeln der gemeinschaften und einzelner in gesamtgesellschaftliche zusammenhänge hinein.

das fasziniert mich und ich glaube, dass das alles in erfüllung des göttlichen mandats zur versöhnung geschieht. dass nebenbei die beschäftigung mit postmodernen gedanken, die experimentelle umformung der ausdrucksformen des glaubens und eine hochdiskursive athmossphäre einen großen stellenwert dort haben, lässt meine faszination in die entscheidung münden, daran mitwirken zu wollen

Written by Henni

1. Dezember 2008 at 21:58

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