freedom to god's people

der heimatliche kaffeetisch

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ich habe den eindruck, zwei große ströme prägen gerade die träume vieler leute in meinem umkreis: zum einen der traum einer echten christlichen lebensgemeinschaft, die praktisches, theologisches und philosophisches zu einer echten gemeinsamen sache macht, die gemeinsam wirtschaftet, glaubt und denkt. und auf der anderen seite der traum, die ganze globalisierte realität auszukosten und auszunutzen: zu reisen, weltumspannende netzwerke zu bilden, unabhängig zu bleiben und das eigene wirken nicht auf einen geographischen ort zu beschränken.

wie passt das zusammen, einmal tiefe, verbindliche gemeinschaft zu leben und das andere mal den ganzen globus mit dem eigenen leben zum umspannen? zum einen sich einen gemeinsamen ort zu schaffen, der dem leben rahmen gibt, zum anderen ortsunabhängig eine vielzahl wechselnd enger beziehungen zu genießen?

ich träume beide träume selbst, beides entspricht dem, wie ich mir mein leben wünschen kann. und doch scheint sich da ein widerspruch breitzumachen. wie können verbindlichkeit und ungebundenheit im selben leben priorität haben? aber ein traum scheint gleichzeitig die nachteile des anderen auszugleichen: so erscheint mir die verbindlichkeit, die sich an einen gemeinsamen wohnort knüpft auf dauer einengend und festlegend. andererseits birgt die ungezügelte mobilität auf dauer für mich die gefahr der bindungslosigkeit und sogar einsamkeit.

gibt es eine synthese? vielleicht, und der schlüssel dazu war der gedanke, wieviel lust ich auf eine längere auszeit hätte, reisenderweise. nur dass das wohl nicht gehen würde, hier alles, inklusive freunde, wohnung usw. aufzugeben, die mir viel bedeuten. und so träumte ich davon, alles hier stehen und liegen zu lassen, fortzugehen und dann nach einem jahr zurückzukommen und alles so zu finden, wie ich es verlassen hatte. unmöglich, leider.

unmöglich? was wenn sich der traum einer festen gemeinschaft und der traum eines globalen vagabundenlebens genau hier treffen? was wenn es eine lebensgemeinschaft gäbe, die in der lage ist, ihre mitglieder freizustellen, diese welt zu durchstreifen, ihnen auch finanziell unabhängigkeit gewähren kann und gleichzeitig stabil und eng genug, noch da zu sein, wenn ihre mitglieder wiederkommen?

eine solche gemeinschaft böte die möglichkeit, nach einem jahr leicht verschwitzt wieder HEIM zu kommen und zu sagen: ich bin wieder da. sie böte die möglichkeit für alle, den rhythmus von gehen und ankommen zu genießen, ohne jedesmal alle bindungen ablegen zu müssen.

kann es eine solche gemeinschaft geben? wie kann sie aussehen? ist sie dein traum?

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Written by Henni

25. November 2008 um 22:27

Veröffentlicht in leben

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2 Antworten

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  1. Sehr spannender Gedanke! Fürchte nur, dass die Grundspannung – die Du so trefflich benannt hast – sich damit noch nicht hinreichend auflösen lässt.

    tobiK

    14. Februar 2010 at 21:47

  2. Hat nicht eine klassische Missionsgesellschaft einen solchen Charakter? Auch wenn sich dort alles um den Dienst dreht, können die Beziehungen innerhalb doch von einer reichen Tiefe sein.

    Die Missionare werden ausgesendet, halten Kontakt zur Basis und kehren irgendwann zurück und werden „aufgefangen“ und zusammen mit ihren Familien betreut.

    Ich habe zwar keinen richtigen Einblick in eine solche Gesellschaft, aber die Missionarskinder, die ich bisher kennengelernt habe, haben ähnliches geschildert.

    Grüße nach Tübitown vom frischen Papa Mohr.

    Matthias Mohr

    4. Januar 2011 at 11:14


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