freedom to god's people

Archive for November 2008

shekina

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Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der ewig wohnt, dessen Name heilig ist: Ich wohne in der Höhe und im Heiligtum und bei denen, die zerschlagenen und demütigen Geistes sind, auf dass ich erquicke den Geist der Gedemütigten und das Herz der Zerschlagenen.
Jes 57,15

drei orte nennt der prophet hier, an denen gott wohnt, also gegenwärtig ist: den himmel, den tempel und die menschen, die leiden ertragen müssen. dass gott im himmel wohnt, also außerhalb der schöpfung und allem, was wir als existent kennen, sind wir gewohnt zu denken. das war auch das gottesbild antiker philosophie: ein gott der außerhalb seiner schöpfung und im strengen sinne jenseits ihrer wohnt. gott ist hier absolut unzugänglich, da die schöpfung keinen zugriff auf das außerhalb haben kann. dass gott im heiligtum, also im allerheiligsten des tempels in jerusalem, wohnt, war wiederum den juden selbstverständlich. soweit also nichts neues, kaum prophetisch zu nennen. hier handelt es sich um einen raum, der zwar innerhalb der schöpfung sich befindet, aber doch innerhalb ihrer einen sonderstatus einnimmt. denn betreten werden durfte er neu zu einem bestimmten zeitpunkt vom hohepriester unter beachtung strengster vorkehrungen. schon diese art von zugänglichkeit wäre der philosophie zu viel gewesen.

das dritte allerdings ist beiden denkschulen absolut fremd: ein gott, der mitten unter seinen geschöpfen wohnt. noch dazu unter denen, die sich durch irgendeine art von gebrechen vom mainstream der gesellschaft unterscheiden. ein gott in nächster nähe zu seiner schöpfung, noch dazu zu „fehlerhaften“ elementen davon. und doch stehen alle drei „wohnorte“ hier in völliger parallelität. an allen drei orten ist der ort, an dem gott völlig gegenwärtig ist. nur das der dritte jeder üblichen vorstellung von heiligkeit entbehrt

sicher war das ein hartes wort zu seiner zeit, dass die vorstellungskraft der zuhörer damals arg strapazierte. aber wie geht es uns damit? sind wir sind nicht auch geneigt, gott an den orten zu vermuten, die eine gewisse geistliche athmosphäre haben, an denen seinen name ausdrücklich genannt wird, die einzig ihm gewidmet sind? erwarten wir ihn wirklich im penner in der stadtmitte? der seinen namen vielleicht kennt, aber niemals benutzen würde? der ihn sich von uns auch nicht sagen lassen würde?

und doch… genau da sagt gott, dass er wohnen will. und wo er wohnt, können wir ihm begegnen. Lasst uns das ernst nehmen!

Written by Henni

27. November 2008 at 22:27

Veröffentlicht in theologie

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sweet potatoes

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heute feiern sie in den US of A Thanksgiving. bei den vielen unterschiedlichen eindrücken, die ich von nordamerikanischer kultur und esskultur habe, gehört dieser tag definitiv zu den positiven: truthahn, füllung, süßkartoffelpürree, honigglasierter schinken und zum schluß ein pumpkin pie… lechz

im gegensatz zu halloween hat sich dieser feiertag nie bis nach europa durchgekämpft. dazu ist er dann wohl doch zu eng mit der geschichte der USA verknüpft. aber warum nicht die tradition ein bisschen biegen und stauchen und diesen tag auch für uns zum anlass nehmen, uns die dinge ins gedächtnis zu rufen, für die wir dankbar sind. und sie auch auszusprechen…

vielleicht haben ja einige von uns lust, heute das ein oder andere zu bloggen, für das wir dankbar sind. wer twittert, hat auch die gute gelegenheit, spontan all die kleinen dinge zu teilen, die dankbar machen.

ich für meinen teil muss gestehen, dass dankbarkeit eine von mir lange vernachlässigte tugend war. ich war oft doch eher… sagen wir problemorientiert. gott sei dank ändert sich das gerade, wie so vieles in meinen gelernten denkmustern sich grade ändert. deshalb liegt mir dieser tag heute auch so am herzen. und ich glaube, dafür bin ich im moment am dankbarsten: dass ich dankbar sein kann. dass all die dinge, von denen ich dachte, dass sie mein leben ausschließlich und notwendig lebenswert machen, immer noch nette dinge sind, aber eben doch zurücktreten vor dem, was nur gott geben kann.

dass er den weg mit mir geht, egal wie dieser aussieht und dass er ein gutes ziel im sinn hat, auch wenn mir oft jede vorstellung fehlt, wie das aussehen könnte.

und eigentlich heißt das nichts anderes, als dass ich es aufgebe, erst dann glücklich sein zu wollen, wenn alle meine phantasien über meine zukunft erfüllt sind. sondern dass ich umher schaue und auf die dinge achte, die mir gut tun, mich weiterbringen oder freuen, ohne dass ich sie mir unbedingt vorher selbst gewünscht habe – gerade die, mit denen ich nicht gerechnet habe.

Danke!

Written by Henni

27. November 2008 at 08:42

Veröffentlicht in seelenleben

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der heimatliche kaffeetisch

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ich habe den eindruck, zwei große ströme prägen gerade die träume vieler leute in meinem umkreis: zum einen der traum einer echten christlichen lebensgemeinschaft, die praktisches, theologisches und philosophisches zu einer echten gemeinsamen sache macht, die gemeinsam wirtschaftet, glaubt und denkt. und auf der anderen seite der traum, die ganze globalisierte realität auszukosten und auszunutzen: zu reisen, weltumspannende netzwerke zu bilden, unabhängig zu bleiben und das eigene wirken nicht auf einen geographischen ort zu beschränken.

wie passt das zusammen, einmal tiefe, verbindliche gemeinschaft zu leben und das andere mal den ganzen globus mit dem eigenen leben zum umspannen? zum einen sich einen gemeinsamen ort zu schaffen, der dem leben rahmen gibt, zum anderen ortsunabhängig eine vielzahl wechselnd enger beziehungen zu genießen?

ich träume beide träume selbst, beides entspricht dem, wie ich mir mein leben wünschen kann. und doch scheint sich da ein widerspruch breitzumachen. wie können verbindlichkeit und ungebundenheit im selben leben priorität haben? aber ein traum scheint gleichzeitig die nachteile des anderen auszugleichen: so erscheint mir die verbindlichkeit, die sich an einen gemeinsamen wohnort knüpft auf dauer einengend und festlegend. andererseits birgt die ungezügelte mobilität auf dauer für mich die gefahr der bindungslosigkeit und sogar einsamkeit.

gibt es eine synthese? vielleicht, und der schlüssel dazu war der gedanke, wieviel lust ich auf eine längere auszeit hätte, reisenderweise. nur dass das wohl nicht gehen würde, hier alles, inklusive freunde, wohnung usw. aufzugeben, die mir viel bedeuten. und so träumte ich davon, alles hier stehen und liegen zu lassen, fortzugehen und dann nach einem jahr zurückzukommen und alles so zu finden, wie ich es verlassen hatte. unmöglich, leider.

unmöglich? was wenn sich der traum einer festen gemeinschaft und der traum eines globalen vagabundenlebens genau hier treffen? was wenn es eine lebensgemeinschaft gäbe, die in der lage ist, ihre mitglieder freizustellen, diese welt zu durchstreifen, ihnen auch finanziell unabhängigkeit gewähren kann und gleichzeitig stabil und eng genug, noch da zu sein, wenn ihre mitglieder wiederkommen?

eine solche gemeinschaft böte die möglichkeit, nach einem jahr leicht verschwitzt wieder HEIM zu kommen und zu sagen: ich bin wieder da. sie böte die möglichkeit für alle, den rhythmus von gehen und ankommen zu genießen, ohne jedesmal alle bindungen ablegen zu müssen.

kann es eine solche gemeinschaft geben? wie kann sie aussehen? ist sie dein traum?

Written by Henni

25. November 2008 at 22:27

Veröffentlicht in leben

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