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Archive for August 2008

gute nacht geschichte – teil 4

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Einige Zeit später aber wurde der Mann von Geräuschen geweckt, die er so auf seinem Hof noch nie gehört hatte. Eine wütende Menschenmenge schien sich versammelt zu haben, er hörte aufgeregtes Reden und sogar das Klirren von Waffen. Kaum war er ans Fenster getreten, wurde er schon laut und drohend angesprochen: „Komm mit uns, wir haben mit dir zu verhandeln.“ Das klang nicht wie eine freundliche Einladung und so hatten sie ihn im nächsten Moment auch schon gebunden und auf ein Kamel gesetzt. In ihrer Mitte musste er mit zum einzigen größeren Dorf in der Umgebung reiten. Dort angekommen, wartete bereits eine noch größere Menschenmenge auf ihn. Es waren vor allem die Händler vom Markt, die in diesem Dorf lebten und die er von seinen gelegentlichen Einkäufen kannte. Sie stellten ihn in die Mitte des Platzes und der Richter und Älteste des Dorfes trat vor. Das also war es: Sie wollten nicht mit ihm verhandeln, sondern über ihn. Sie stellten ihn vor Gericht.

Der Älteste fing an, die Vorwürfe vorzubringen: „Du hast eigenmächtig deine Quelle erweitert und lässt große Mengen Wasser einfach in die Wüste laufen. Nicht nur, dass dies zeigt, dass du nicht in der Lage bist, dein Bewässerungssystem in Ordnung zu halten… nein, du lockst auch allerlei unnützes Gesindel in unsere Gegend, dass sich an den neuen Wasserläufen breit macht. Diese Menschen waren bis jetzt unsere Arbeiter und Kunden. Mit dem Geld, dass sie auf unseren Feldern verdienen konnten, kauften sie auch dem Markt unsere Erzeugnisse. Von diesem Geld, das wir durch sie einnahmen, haben wir uns und unsere Familien ernährt! Nun aber nehmen sie umsonst von dem Wasser, das aus deiner Quelle fließt und wässern ihre Felder damit und fressen sich an ihren eigenen Früchten rund und fett, ohne das wir auch nur einen Heller daran verdienen könnten.“

Zustimmendes Gemurmel erhob sich und ein paar Männer riefen: „Sollen wir unsere Familien jetzt etwa verhungern lassen?“ „ Eine Schande gegen Natur und jede Ordnung, was er da tut!“ „Er gehört doch selbst zu diesem Gesindel, wenn er so etwas zulässt!“

Der Älteste hob die Hand, bis wieder Ruhe herrschte und fuhr fort: „Nicht nur, dass du unnützes Pack anlockst und uns damit unsere Kunden und unsere Lebensgrundlage nimmst. Das ungewohnte Wasser lockt auch wilde Tiere tief aus der Wüste an. Überall sieht man Wölfe und Hyänen und schlimmeres um die Wasserstellen streifen und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sie anfangen, hierher zu kommen und unsere Herden zu reißen. Ein Wunder, dass das bisher noch nicht geschehen ist. Immer weiter dringen einzelnen Ströme deines Wassers in unser Gebiet vor. Wo auch immer wir versuchen, sie mit Dämmen und Gräben aufzuhalten, brechen diese nach kurzer Zeit wieder ein und das Wasser fließt weiter. Willst du uns denn vernichten? Was bezweckst du mit deinem Tun? Oh, wir werden dich zwingen, dieses Loch zu stopfen, ob du willst oder nicht!“ Und mit einer Drohgebärde endete er: „Nun sprich, was hast du zu deiner Verteidigung vorzubringen?“

Der Mann richtete sich auf und erzählte mit leiser, aber fester Stimme seine Geschichte: Von dem seltsamen Mann, den er eines Morgens an der Quelle sah und wie sie danach immer kräftiger wurde. Wie er nicht wusste, wie er das viele Wasser davon abhalten sollte, Schaden anzurichten. Und wie er schließlich beschloss, nichts dagegen zu unternehmen, das andere sich ihren Teil seines Segens nahmen. Auch über das neuentstandene friedliche Verhältnis zwischen allen, die an diesen Wassern lebten und über die wiederhergestellte Gesundheit der ehemaligen Bettler und Habenichtse sprach er. Schließlich schloss er seine Rede: „Ich glaube nicht, dass ich diese Quelle eindämmen kann. Nicht ich habe sie geöffnet und so werde ich sie auch nicht wieder schließen können. Und ich sehe auch keinen Grund dazu. Vieles was vorher getrennt war, hat dieses Wasser vereinigt. Menschen werden zu Nachbarn und wo früher narbiges Land unsere Höfe trennte, ist jetzt neues Grün und neues Leben entstanden. Ihr habt Angst und fürchtet um eure Lebensgrundlage. Doch sagt ihr selbst, dass das Wasser unaufhaltsam vordringt und bald euren Bereich erreichen wird. Was hält euch ab, euch ebenfalls euren Teil davon zu nehmen? Nicht die Not des Gesindels, wie ihr es nennt, zum Leben und ernähren zu nutzen, sondern das, was hier jeden frei zur Verfügung steht. Nein, ich kann und werde diesen Strom nicht eindämmen. Viel mehr, ich lade euch ein, ihn zu nutzen und euer Leben auf ihm ruhen zu lassen! Ihr könnt mich töten, wenn ihr euren Zorn durch solche Schuld besänftigen wollt. Die Quelle allerdings vermögt ihr damit genauso wenig zu bremsen wie ich dazu in der Lage wäre.“ Viel kräftiger als der Beginn seiner Rede klangen diese Worte.

Ob er Eindruck gemacht hatte, vermochte er nicht zu sagen. In jedem Fall aber banden sie ihn los und schickten ihn zu Fuß nach hause zurück mit dem Versprechen, dass dieses Problem nicht mehr lange auf eine Lösung warten müssen werde. Es klang mehr wie eine Drohung. Er brauchte sehr sehr lange, bis er zuhause ankam. Seine Sicherheit aber, dass er richtig gesprochen hatte und dass niemand diese Veränderung, die von der kleinen Quelle ausging, rückgängig machen konnte, war mit jedem Schritt gewachsen.

Und tatsächlich, schon am nächsten Tag berichtete man ihm, dass sich am Rande des grünen Landes einige Familien aus dem Dorf neu ansiedelten. Und als er einige Tage später dort vorbei kam, sah er sie bereits fleißig an ihren neuen Häusern bauen. Er sprach sie nicht darauf an, aber ihr scheues Grüßen und Lächeln zeugte davon, dass sie seine Rede verstanden hatten. Die Gruppe, die ihm eine Lösung des Problems angedroht hatte, kam nicht wieder auf seinen Hof. Einige von ihnen traf er später auf den Festen, die sie immer noch regelmäßig feierten.

Von den wenigen anderen sagt man, dass sie fort gingen, um in einer anderen Gegend ein Leben zu führen, das sich nur sehr wenig unterschied vom Leben der Menschen vor ihnen und das dem Leben ihrer Enkel sehr ähnlich sein würde.

Written by Henni

13. August 2008 at 21:26

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gute nacht geschichte – teil 3

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Genau so war es am nächsten Morgen auch: Das ehemals trockene Land war von Wasserströmen wie von Adern durchzogen. Und noch etwas war geschehen: Überall ragte kleine grüne Sprösslinge von vielen verschiedenen Pflanzen aus der Erde. Lange musste dort Samen geruht haben, der jetzt durch das unerwartete Wasser neues Leben erhielt und aufging. Von nun an konnte der Mann jeden Tag, wenn er seinen Blick über das umgebende Land schweifen ließ, zusehen, wie das Land grüner und die Sprosse kräftiger wurden. Nach einigen Wochen konnte die Grenze seines Landes zur bisherigen Wüste nur noch anhand des Endes des von ihm gegrabenen Kanals erkennen.

Bald verbreiteten sich die Neuigkeiten von diesem kleinen grünen Wunder in der Wüste. Auf dem Markt wurden schließlich nicht nur Früchte, Tiere, Seile, Körbe und dergleichen gehandelt sondern auch die neuesten Nachrichten aus den umliegenden, weit verstreuten Höfen und wenigen Dörfern. So konnte der Mann eines Morgens eine Rauchsäule über dem Land entdecken und bei genauerem hinsehen auch eine kleine Gruppe von Zelten. Leise und fast heimlich näherte er sich diesem Flecken, denn er wollte zunächst sehen, was hier vor sich ging, ohne selbst sofort entdeckt zu werden. Ein paar Menschen hatten sich dort mit ihren Zelten und ein paar mageren Ziegen niedergelassen, sammelten Früchte von den inzwischen gewachsenen Büschen und gruben ein paar Streifen Erde für ein kleines Feld um.

Der Mann ging wieder zurück und wusste den ganzen Rückweg lang nicht so genau, was er von dieser neuen Entwicklung halten sollte. Ein wenig ärgerte er sich, dass diese Leute nun von dem Wasser seiner Quelle profitierten, ohne ein einziges Mal Hand dafür anlegen zu müssen. Er dagegen hatte jahrelang hart für den Erhalt seines Kanalsystems arbeiten müssen, um seine Felder bewirtschaften zu können. Es kam ihm doch ein wenig ungerecht vor. Schließlich aber setzte sich doch die Erkenntnis durch, dass das viele Wasser ihm und seiner Familie allein nichts nutzen, ja im schlimmsten Fall sogar schaden würde. So beschloss er, sich mit den Leuten, die sich um ihn herum ansiedelten zu arrangieren. Denn schnell folgten auf diese erste Gruppe viele weitere und bald konnte man neben den verteilten Zelten auch erste, festere Hütten sehen.

Der Mann, der noch nie in seinem Leben wirkliche Nachbarn gehabt hatte, wusste zunächst lange nicht, wie er diesen Neuankömmlingen begegnen sollte. Und so vermied er eine ganze Weile lang jeden Kontakt mit ihnen. Auch seine Nachbarn trauten sich in dieser Zeit kaum, sich dem Haus des Mannes, der schon so lange vor ihnen hier gewohnt hatte, zu nähern. Schließlich aber nahm sich der Mann ein Herz und tat den ersten Schritt. Vielleicht auch, um möglichen bösen Absichten mit dem Beweis seiner Gutwilligkeit die Spitze zu nehmen. Jedenfalls sandte er seine Kinder aus in das umliegende Land, alle neuen Nachbarn auf seinem Hof zu einem großen Fest einzuladen.

Sie kamen alle und jeder brachte ein Gastgeschenk mit. Der Mann kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, welch eine Vielfalt von Früchten inzwischen in der ehemaligen Wüste wuchs. Manche erkannte er sogar wieder, wenn auch kaum. Er hatte sie als dreckige, oft von Geschwüren und Wunden übersäte Gestalten auf dem Markt gesehen, wo er sie meist ärgerlich zur Seite scheuchte, wenn sie an den Ständen an ihn herantraten, um etwas Geld für Nahrung zu erbetteln. Wie anders sie jetzt aussahen: die Wunden geheilt, sauber und geradezu glücklich sahen sie aus. Der ein oder andere brachte sogar eine seiner einstmals mageren Ziegen mit, die inzwischen aussahen, als würden sie einen guten Braten abgeben. Das Fest ging, kurz gesagt, sehr lange und es blieb auch bei weitem nicht das einzige in der nächsten Zeit.

Aber nicht nur Menschen zog der neue Wasserreichtum an. An den Rändern des neuen grünen Landes, wo einige kleinere Ströme sich in flachen Tümpeln sammelten und nicht mehr die Kraft hatten weiter zu fließen, versorgten sich viele wilde Tiere. Eine solche Vielfalt hatten die Menschen noch nie gesehen: dort tranken Gazellen neben Löwen, Hyänen neben Zebras und sogar einige Schafe aus den Herden labten sich am selben Wasserloch. Nie sah man Panik ausbrechen, nie war der Verlust eines Herdentieres zu beklagen und nie fand man die Reste erlegter Beute am Rande der Wasserstellen. Manch einer, der das Treiben dort ein wenig länger beobachtete, konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es eine gewisse Vertrautheit zwischen den Beutetieren und ihren Jägern zu geben schien. Aber man redete niemals über diese seltsame Eintracht, die zwischen den Tieren dort herrschte. Zu sehr widersprach das jeder Erfahrung die man hatte, als dass man von etwas anderem ausging, als die grausamen Dinge des Lebens wohl geschehen würden, wenn gerade keine menschliches Auge Zeuge wurde.

Written by Henni

11. August 2008 at 21:18

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gute nacht geschichte – teil 2

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Und doch, eines Tages, geschah etwas seltsames. Der Mann ging wie jeden Morgen noch etwas schlaftrunken von seinem Haus an den Berghang, zu seiner Quelle. Es war ein Sommermorgen, schon recht hell und ein leichter Morgennebel lag über dem Land. Er ging den schmalen Weg zwischen seinen Feldern entlang, als er, kurz vor dem ersten Anstieg, plötzlich eine Gestalt an der Einfassung seiner Quelle sah. Erschrocken beschleunigte er seinen Schritt. Wer machte sich da an seiner Quelle zu schaffen und was beabsichtigte er? Im Rennen rief er die Gestalt an: „Hey da! Was machst du an meiner Quelle?“ Die Gestalt wandte sich um, sah unvermittelt in die Richtung des Mannes, sagte aber kein Wort. Er hatte ihn fast erreicht und konnte sein Gesicht erkennen. Es war das Gesicht eines jungen Mannes… nur die Augen, die sahen aus, als hätten sie weit längere Zeiten erlebt als dieser Jüngling alt war. Nun hatte er ihn fast erreicht, als er plötzlich an einen Stein stieß. Er musste sich abstützen, sonst wäre er gefallen und löste so kurz seinen Blick von der Gestalt. Als er wieder aufsah, war sie nirgends mehr zu sehen…

Er ging zur Quelle hin, um zu sehen, was die Gestalt da wohl getan hatte. Es fiel ihm auch gleich ins Auge: Am eigentlichen Quellloch waren einige Steine herausgebrochen worden, so dass der Strahl nun weit mehr als armdick aus dem Felsen sprudelte. Das Becken war randvoll und auch der kleine Kanal war am Rande seiner Kapazität, das viele Wasser weiter zu den Feldern und Hainen zu transportieren. Der Mann wunderte sich, denn soviel Kraft hätte er seiner kleinen Quelle gar nicht zugetraut. Aber wie auch immer dies geschehen war, er musste handeln. Denn schon konnte der kleine Kanal das Wasser kaum noch aufnehmen und auch das Becken war kurz davor, überzulaufen. Er wollte vermeiden, dass seine Felder und Haine unter Wasser gesetzt wurden, denn das hätte seinen Pflanzen wohl nicht sehr gut getan.

Also rief er seine Familie zusammen und drückte jeden eine Schaufel in die Hand, den Kanal tiefer und breiter zu graben. So gingen sie ans Werk und am Ende eines langen Arbeitstages war der Kanal vergrößert und bereit, das viele Wasser zu fassen. Der Mann begann, sich über die seltsame Begebenheit zu freuen, denn ordentlich zugeleitet wäre das zusätzliche Wasser bestimmt ein Segen für seine bescheidenen Pflanzungen in dieser trockenen Gegend.

Erschöpft von der vielen Arbeit schlief der Mann am nächsten Morgen etwas länger, als es sonst für ihn üblich war. Er hörte bereits seine Herde im Hof blöken, als er die Augen aufmachte. Schnell stand er auf und machte sich daran, seine Herde an die Tränke zu führen, die nicht daran gewöhnt war, so lange ohne Wasser zu bleiben. Schon ein gutes Stück vor dem Berghang bekam er einen noch größeren Schreck als am Morgen zuvor. Nicht nur hörte er ein deutliches Plätschern vom Berg her, sondern er sah auch viele kleine und größere Ströme über die Felsen rinnen. In den Senken dazwischen hatten sich bereits kleine Teiche gebildet.

Wieder rief er seine Familie zusammen, diesmal um gemeinsam zu beratschlagen, was zu tun sei. Irgendwie mussten die Wassermassen daran gehindert werden, schaden an ihrem Besitz anzurichten. Andererseits war trotz allem Wasser noch immer ein Segen und der nun anscheinend unerschöpfliche Vorrat daran sollte auch nicht einfach vergeudet werden. Lange überlegten sie hin und her. In Fässer leiten konnten sie es nicht, dann so große Fässer, wenn es sie gegeben hätte, konnten sie sich niemals leisten. Vielleicht sollten sie große Zisternen in den Boden graben und darin das Wasser sammeln? Aber dann wussten sie nicht, wie sie das Wasser von dort aus weiterleiten sollten und vor allem, was sie mit dem vielen Wasser tun sollten. Einige neue Felder anlegen, das wollten sie auf jeden Fall tun. Aber schon jetzt hatten sie mit ihrem Anbau alle jede Menge Arbeit und mehr als zwei, drei neue Pflanzungen konnten sie als Familie nicht zusätzlich bestellen.

Schließlich wurde ihnen allen klar, dass es nur einen Weg gab, mit der Lage unzugehen: Sie mussten die Mauern, die am Ende der Seitenkanäle das Wasser bisher vorm versickern in der angrenzenden Wüste bewahrt hatte, öffnen und das Wasser sich selbst seinen Weg durch die Ebene suchen lassen. Es kam ihnen trotz allem wie eine sehr unanständige Verschwendung vor, auch wenn längst klar war, dass sie selbst mit dieser Menge aus der Quelle nichts anfangen konnten. Ihre Entscheidung stand fest und wurde ohne großes Abwarten umgesetzt. Jeder nahm sich eine große Hacke mit, und nachdem sie sich an die verschiedenen Ende des kleinen Kanalsystems verteilt hatten, begannen sie, die Mauern einzureißen.

Wo die Mauern eingerissen waren, sprudelte das Wasser aus dem Ende des Kanals auf den trockenen, rissigen, wie mit Narben überzogenen Boden, der sich direkt an die gut bewässerten und grünen Felder des Mannes anschloss. Die Risse füllten sich mit Wasser und je mehr die oberste Schicht nass und weich wurde und sich eine weiche Schlammschicht bildete, desto glatter und sanfter sah die eben noch harsche und feindliche Landschaft aus. Direkt am Ausgang des Wassers bildeten sich schon kleine Einschnitte, durch die das Wasser lief. Bis zum nächsten Morgen würde sich das Wasser wohl einige feste Wege gesucht haben.

Written by Henni

7. August 2008 at 20:51

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gute nacht geschichte – teil 1

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aufgrund der vielen nachfragen, meine geschichte vom nightpraise noch mal in geschriebener form zu bekommen, poste ich sie hier die nächsten tage mal als fortsetzungsgeschichte. die leute, denen ich sie per mail versprochen habe, bekommen sie natürlich trotzdem zugeschickt.

In einem fernen Land lebte einst ein Mann. Wann das war ist nicht von Bedeutung, denn das Leben dieses Mannes unterschied nur sehr wenig vom Leben der Menschen vor ihm und das Leben seiner Enkel würde dem seinen sehr ähnlich sein. Es war ein armes Leben, oder, wie die Menschen dieses Landes unter sich sagten: ein genügsames. Man lebte von dem, was man mit eigener Hände Arbeit seinem Acker und seiner Tierherde abringen konnte. Das wenige, was man darüber hinaus brauchte, musste man auf einem kleinen, weit entfernten Markt dazu kaufen.

Es war trocken, dieses Land und nur wer ein Wasserloch sein eigen nennen konnte, hatte die Gelegenheit, sich überhaupt einen eigenen Grundstock zu schaffen. Wer dies nicht konnte, musste sich mit allerlei Diensten Geld verdienen, um auf dem kleinen Markt das wichtigste zu kaufen. Und es waren viele, die an Markttagen um die kleinen Tische und Buden strichen.

Der Mann, von dem unsere Geschichte handelt, war einer dieser glücklichen, die über eine Quelle verfügten. Sein Land lag nahe am Fuß eines mächtigen Gebirges. An dessen Hang, dort wo es anfing, felsig zu werden, entsprang ein kleines Rinnsal. Sein Großvater hatte dort eine kleine steinerne Einfassung gebaut, in der sich das Wasser sammeln konnte. Dort führte der Mann sein Ziegen hin, um sie zu tränken und dort holten auch seine Kinder das Wasser für den Haushalt in schweren tönernen Krügen. Ein Auslass mündete in einen schmalen, gegrabenen Kanal, der zu einigen kleinen Obsthainen und Palmenwäldchen führte. So konnten diese bewässert werden.

Der Mann verwandte viel Sorgfalt darauf, die Quelle, das Becken und den Kanal sauber und in Ordnung zu halten. Jeden Tag ging er dorthin, um hineingefallene Zweige oder tote Vögel zu entfernen oder den Schlamm aus dem Kanal zu schaufeln. Das war jeden Morgen sein erster Gang. Bevor es zur seinen Feldern ging oder seinen Sohn mit der Herde auf den Weg schickte, ging er zur Quelle, sah nach dem rechten und schöpfte mit der hohlen Hand einige Schlucke des Wassers für sich selbst.

Es gab nicht viele andere Menschen in seinem Leben. Seine Familie, eine Frau und eine nicht ganz kleine Zahl von Kindern. Bis vor ein paar Jahren hatte noch seine Mutter gelebt, aber inzwischen war auch sie gestorben. Die Nachbarn lebten viel zu weit weg, um regelmäßig etwas von ihnen mitzubekommen. Die sah man nur auf dem Markt, um mit ihnen um Preise zu feilschen oder manchmal auch zu streiten. Wo sie eigentlich wohnten, wusste er meist gar nicht. Wäre einer von ihnen an seinem Haus vorbeigekommen, er hätte ihn freundlich und ausgiebig bewirtet und gehofft, dass sein Gast nicht später mit vielen Männern und Waffen wiederkommen würde.

So war es gewesen, so lange er denken konnte. Viele, viele Jahre lang. Es gab nichts in der Vorstellung des Mannes und seiner Familie, was eine Ahnung davon gab, dass es sich jemals ändern könnte.

Written by Henni

5. August 2008 at 20:35

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freakstock 2008

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nun ist es leider auch schon wieder vorbei… schade! ich muss sagen, dieses freakstock war für mich eines der besten der letzten jahre und hat alle meine erwartungen übertroffen. wir sind eine wunder-volle bewegung, im ganz wörtlichen sinne.

für mich ist es vor allem eins der anliegen der charta, das Jesus dieses jahr verwirklicht hat: Einheit in Vielfalt! bei allen unterschiedlichen prägungen, ansichten und stilen war eine verbindung zu spüren, die auf nichts menschlichem beruht, sondern im Heiligen Geist geschehen ist.

das experiment, jeden tag vier parallele hauptseminare anzubieten, ist meiner meinung nach geglückt. nicht alles war mein stil oder meine kragenweite, das ist wohl nur natürlich. aber es war einfach geil zu sehen, wie von allen sachen, die geschehen sind, die leute angerührt wurden, für die der Herr sie gedacht hatte. wir haben es geschafft, unseren gemeinsamen inhalt in alle möglichen formen zu packen und Jesus die möglichkeit zu geben, zu jedem so zu sprechen, wie er es braucht. für mich ein wichtiger schritt, Jesus die herrschaft über jeden bereich zuzusprechen und nicht nur über die formen und stile, die ich für passend oder angenehm halte.

und es war entspannt. nicht, dass ich weniger und vor allem weniger spontane termine gehabt hätte. aber durch die gegenseitige unterstützung war es weniger stress als freude daran, was für Jesus zu rocken.

Danke Jesus und Danke an alle, die sich reingehängt haben!

Written by Henni

4. August 2008 at 18:31

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